DW-Chor und Chor der Stadt Athen erinnern an Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

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Zwischen 23. und 26. Januar treten der Internationale Chor der Deutschen Welle und der Chor der Stadt Athen gemeinsam in Köln, Bonn und Berlin auf.

In Gedenken an die Ermordung von mehr als 700 Menschen in der griechischen Stadt Kalavryta vor 75 Jahren durch deutsche Besatzungstruppen singen die Chöre Lieder aus aller Welt über Frieden, Freiheit und Gleichheit der Menschen. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die griechische Initiative „Alle zusammen schaffen wir es“ wird gebeten.

Bundespräsident a.D. Christian Wulff, seit Februar 2018 Präsident des Deutschen Chorverbands: „Diese Aufführung ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie gemeinsames Singen Menschen bewegen kann – und was gemeinsames Singen in Menschen bewegen kann. Zwei so herausragende Chöre, die sich eines so schwierigen deutsch-griechischen Themas annehmen, leisten auch einen bedeutenden Beitrag zu unseren Beziehungen. Kultur wirkt hier wie eine Brücke, über die wir als Staaten, aber auch als Menschen den Weg zueinander finden können.“

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Höhepunkt der vom Auswärtigen Amt geförderten Konzerte ist die Uraufführung von zwei Chorsätzen aus dem „Kalavryta Oratorium“, das der deutsche Komponist Gerhardt Folkerts der Jugend des Ortes gewidmet hat.

Der Chor der Stadt Athen unter der Leitung von Stavros Beris besteht aus professionellen Sängerinnen und Sängern und ist auch unter ausländischen Dirigenten und Komponisten gefragt. Die Mitglieder engagieren sich in sozialen Projekten und nehmen an Benefizkonzerten teil. Auf dem Programm für die Konzerte in Deutschland stehen zeitgenössische Chorsätze aus Bertolt Brechts „Der Kaukasische Kreidekreis“, aus „Mauthausen“ von Iakovos Kambanellis mit Musik von Mikis Theodorakis sowie aus „Nebel“ von Kostas Virgos mit Musik von Christos Leontis.

Der Internationale Chor der Deutschen Welle unter der Leitung von Maja Braun wurde 1993 von Mitarbeitenden des deutschen Auslandssenders gegründet. Mittlerweile sind Sängerinnen und Sänger aus mehr als 20 Nationen dabei. Gemäß dem Leitbild der Deutschen Welle hat der Chor es sich zur Aufgabe gemacht, sich mit Liedern aus allen Erdteilen für Völkerverständigung und Toleranz einzusetzen.

In den 1960er-Jahren war das griechischsprachige Radioprogramm des deutschen Auslandssenders eine der wenigen freien Informationsquellen in Griechenland und erreichte ein Millionenpublikum. Bis heute genießt die DW hohes Ansehen im Land.

Konzerttermine
Köln: Mittwoch, 23. Januar, 20 Uhr, St. Aposteln Kirche, Neumarkt 30
Bonn: Donnerstag, 24. Januar, 19 Uhr, Namen-Jesu-Kirche, Bonngasse 8
Berlin: Samstag, 26. Januar, 18 Uhr, Jesus-Christus-Kirche, Hittorfstr. 23

Kalavryta, das „Dorf der Witwen“

Am 13. Dezember 1943 erschossen deutsche Soldaten mehr als 700 Männer und Jungen über 14 Jahre. Frauen und Kinder überlebten das Massaker. In einem Museum im „Dorf der Witwen“ wird an die Geschichte des Ortes erinnert.

Vor zweieinhalb Jahren gastierte der Chor der Deutschen Welle in mehreren griechischen Städten, um für Aussöhnung und Verständigung zu werben. In Kalavryta erlebten die Chormitglieder bei einer öffentlichen Diskussion im Anschluss an das Konzert, dass Trauer und Groll noch immer nachwirken. Eine zwischenmenschliche Brücke entstand durch das gemeinsame Singen griechischer Lieder.

Spendenaktion „Alle zusammen schaffen wir es“ 

Seit Beginn der griechischen Finanzkrise im Jahr 2011 unterstützt die Aktion des griechischen privaten Medienunternehmens Skai, langjähriger Partnersender der Deutschen Welle, Initiativen in den Bereichen Gesundheit, soziale Vorsorge, Ausbildung und Umwelt. Beispielsweise werden Lebensmittel, Medikamente und Kleidung an mittellose Menschen verteilt und Stipendien an Jugendliche vergeben.

Quelle: DW

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Die erste Wahlverwandtschaft entschied über den Ehrgeiz, die zweite über den Lesestoff und die dritte über den Blick auf die Welt. Denen wird sowohl das Leben als auch das Wohlleben geschuldet. Athen: geboren/aufgewachsen/studiert/arbeitend. Köln: gelebt/studiert. Deutsch: Berufssprache. Texte: schreiben/lesen/lektorieren. Natürlich gibt es mehr Zahlen, Orte, Fakten, Firmen.

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