Sommerkino auf der Venezianischen Festung in Heraklion

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Die lokale Gruppe des Panhellenischen Deutschlehrerverbands und das Regionale Filmarchiv Athen in Kooperation mit der Stadt Heraklion (Kreta) und dem deutschsprachigen Elternverein der Stadt zeigen:

7. Juli 2017, 21:00

Ein Geschenk der Götter (2014, 102‘)

„Antigone“ … und die Arbeitslosen – Eine charmante Komödie
Drehbuch & Regie: Oliver Haffner
In den Hauptrollen: Katharina Marie Schubert und Adam Bousdoukos

Die 36-jährige Anna kann es nicht fassen: das Theater, für das sie jahrelang gespielt hat, setzt sie vor die Tür. Eben noch auf den Brettern gestanden, die die Welt bedeuten, findet sie sich nun im örtlichen Jobcenter wieder. Doch eine neue Tätigkeit für sie ist überraschend schnell gefunden. Die theaterbegeisterte Agenturleiterin verpflichtet sie, einen Schauspielkurs für acht Langzeitarbeitslose anzuleiten. Darunter auch der Grieche Dimitri, ein Idealist und Macher. Als Anna sich entscheidet, die antike Tragödie „Antigone“ von Sophokles mit ihnen zu inszenieren, ist Dimitri auch der einzige, der Gefallen an dieser Bildungsmaßnahme findet, schließlich soll er den König Kreon spielen: „Durch mich spricht die Geschichte meines Landes!“

Der Film wurde beim Filmfest München 2014 mit dem Publikumspreis und einem Förderpreis als Beste Produktion ausgezeichnet.
Katharina Marie Schubert (Anna) war für den Deutschen Filmpreis 2015 in der Kategorie „Beste Darstellerin“ nominiert.

 

8. Juli 2017, 21:00

Hannah Arendt – Ihr Denken veränderte die Welt (2012, 113´)

von Margarethe von Trotta
mit Barbara Sukowa, Axel Milberg, Janet McTeer, Julia Jentsch, Ulrich Noethen, Michael Degen u.a.

Die Philosophin Hannah Arendt (1906-1975) verfolgt 1961 den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem als Korrespondentin der Zeitschrift The New Yorker. Sie erwartet ein Monster, ein kriminelles Genie und ist überrascht, als sich der Nazi-Verbrecher für sie als ein mittelmäßiger, banaler Bürokrat, als ein nobody entpuppt.
Ihre Beobachtungen und Gedanken fließen in ihr berühmtestes und umstrittenstes Werk „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ ein.

1963 zunächst in fünf Teilen und bald danach als Buch erschienen, provozierte der Essay eine der heftigsten Kontroversen der Nachkriegszeit, die den politischen und historischen Blick auf den Nationalsozialismus beeinflusste. Aber auch das Leben und Schaffen Hannah Arendts, die scharf angegriffen und angefeindet worden ist – von der Presse, der akademischen Gemeinde, von dem israelischen Auslandsgeheimdienst, ja sogar von ihren Freunden.

Portrait einer Ausnahme-Intellektuellen des 20 Jahrhunderts und einer mutigen und entschlossenen Frau, die sich für persönliche Verantwortung und kritisches Denken einsetzte.

„Es ist ein Film geworden, der Hannah Arendt zwischen Denken und Fühlen zeigt; als leidenschaftliche Denkerin und als Professorin; […], aber auch als kämpferische Person, die keine Auseinandersetzung scheut, die, wenn sie etwas als richtig erkannt hat, es mutig vertritt und verteidigt, aber immer mit der Absicht zu verstehen. Ich will verstehen, ist der Satz, der sie vielleicht am besten beschreibt.“
Margarethe von Trotta

Details

Sprache: Deutsch mit griechischen Untertiteln
Preis: Eintritt frei
heraklion@deutsch.gr

Open Air Theater, Stadttor Bethlehem (Venezianische Festungsmauer)

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Über den Autor

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Die erste Wahlverwandtschaft entschied über den Ehrgeiz, die zweite über den Lesestoff und die dritte über den Blick auf die Welt. Denen wird sowohl das Leben als auch das Wohlleben geschuldet. Athen: geboren/aufgewachsen/studiert/arbeitend. Köln: gelebt/studiert. Deutsch: Berufssprache. Texte: schreiben/lesen/lektorieren. Natürlich gibt es mehr Zahlen, Orte, Fakten, Firmen.

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